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21.03.2010 21:34 Alter: 8 yrs

DM-Menschen mit Behinderungen in Völklingen/Saarland am 20.03.2010


Ein kleiner Bericht über die DM- für Menschen mit Behinderung.
Gestern am 20.03.2010, haben „unserer Rolli-Fahrer“ an der Deutschen Meisterschaft für Menschen mit Behinderungen teilgenommen.
Die Meisterschaft fand in Völklingen/Saarland statt. (450 km einfache Strecke)
Der Thüringer Behinderten u. Rehabilitationssport Verband, hat uns einen 9-Sitzer Bus kostenlos zur Verfügung gestellt!
Dafür unseren herzlichen Dank – ohne dies wäre es uns nicht möglich gewesen.
So konnten wir, 2 Betreuer,  3 Athleten + 3 Rollstühle und Gepäck, halbwegs komfortabel nach Völklingen fahren.
Wir fuhren um 7:00 Uhr von Erfurt ab und waren ca. um 12:30 Uhr vor Ort.
Die Startkarten mussten besorgt werden und auf den ausgelegten Matten konnte noch kurz geübt werden
(ungewohnt für unsere Rollis da wir sonst immer ohne Matten üben). Auch auf das in der Halle herrschende Wettkampfklima mussten sich die Rolli-Karateka erst mal einstellen. In einem kleinen separaten Raum konnte man sich aufwärmen, allerdings war dort schon nach kurzer Zeit die Luft so schlecht, dass es schwer fiel überhaupt noch zu atmen und keine geeignete Ruhe zur Vorbereitung.
Nach kurzer Einweisung durch DKV-Vizepräsident. Wolfgang Weigert (zuständig für Menschen mit Behinderung) und Vorstellung aller Kämpfer und Kämpferinnen in den verschiedenen Behinderungsklassen, gegenüber den Zuschauern und Kampfrichtern, konnten die Wettkämpfe pünktlich um 16:00 Uhr beginnen.
Die Rolli-Karate-ka (Übenden) starteten als letzte Disziplin. Entsprechend lagen die Neven bereits blank und die Müdigkeit durch die lange Anreise tat das restliche. Als jedoch die Namen aufgerufen wurden, schien sich alles zu verwandeln, die Gesichter wurden konzentriert und jedes unnötige Wort wurde vermieden.
Sven Baum startete als erster in der Disziplin der Rollstuhl-Karate-ka.
Er zeigte eine sehr ordentliche Leistung. Mit der Kata „san-rin“ (3.Rad) konnte er ein guten Eindruck u. hohe Punkte bei den Kampfrichtern erzielen.
Dann startete die vielfach hochgelobte Favoritin dieser Disziplin, Sigrid Kahl aus Zorneding in Bayern.
Sie zeigte die Kata „Bassai-Dai“ umgebaut für Rollstuhl-Fahrer –wunderbar. Leider nur zur Vorführung bei der Meisterschaft zu gebrauchen, nicht aber zu gebrauchen in einem tatsächlichen Kampf. (oft beide Hände weg vom Rolli bzw. von den Rädern)
Aber, diese gezeigte Kata können Kampfrichter selbst (auch als „Fußgänger“) und können diese somit auf Richtigkeit im Ablauf bewerten.
Das erbrachte ihr den 1.Platz.
Die nachfolgenden Starter vom 1.KVE waren dann Daniel Langer mit einer sehr guten „sho-rin“ und danach Frank Hofmann mit einer starken „San-rin“,  wie auch Sven.
Frank konnte die Kampfrichter überzeugen, das sie ihm den 2.Platz zuwiesen, knapp vor Sven und Daniel welche gemeinsam den 3.Platz gewinnen konnten.

Es hat sich gezeigt, das die Kampfrichter mit den speziellen (sinnvollen) vom 2006 verstorbenen jap. Großmeister T. Asahi entwickelten Rollstuhl-Kata, auf Grund fehlender Einweisung und Kenntnisse der Rollstuhl-Fahrtechnik und –Selbstverteidigung, sowie auch der Behinderungsgrade im Rollstuhl und deren motorischen Möglichkeiten, die gezeigten Leistung nur ganz grob einschätzen können.
Hier muss noch ganz viel Pionierarbeit im DKV geleistet werden.
Jedenfalls sind wir im 1.KVE auf dem richtigen Weg mit unseren Trainingsmethoden und -inhalten.
Nachmals vielen Dank für die ganzjährliche Unterstützung an den Thüringer Behinderten u. Rehabilitationssport Verband. –ljr-